Liebe Friedrichshainerin, lieber Friedrichshainer,
zu der Berliner Wahl am 18. September kandidiere ich erneut, denn ich möchte unseren Stadtteil weiterhin im Abgeordnetenhaus vertreten.
Für bezahlbare Mieten und sozialen Zusammenhalt
Die Mieten in Friedrichshain steigen rasant und viele Menschen haben zu Recht Angst, sich ihre Wohnung in der vertrauten Nachbarschaft bald nicht mehr leisten zu können. Unser Stadtteil verändert sich, aber das darf nicht dazu führen, dass Menschen mit geringem und mittlerem Einkommen verdrängt werden. Berlin braucht eine neue, sozialere Mietenpolitik, die überzogenen Mieterhöhungen und der Spekulation am Wohnungsmarkt entgegenwirkt.
Zur Friedrichshainer Vielfalt und dem Zusammenleben im Kiez gehören die Alternativen Wohnformen. Sie haben in Friedrichshain Tradition, sind aber immer wieder von Kündigung oder Räumung bedroht. Ich habe in der Vergangenheit an Runden Tischen und Gesprächen teilgenommen – nicht immer steht am Ende ein Erfolg. Daher ist die Solidarität aller gefragt. Nachbarinnen und Nachbarn müssen zusammen stehen, wenn andere von Verdrängung bedroht sind. Ich bin froh über den sozialen Zusammenhalt in Friedrichshain und unterstütze ihn nach Kräften.
Friedrichshains Familien stärken
2007 habe ich gemeinsam mit Nachbarinnen und Nachbarn das „Lokale Bündnis für Familie Friedrichshain“ gegründet. Unser Anliegen ist es, die Lebensqualität und die Angebote für Familien im Stadtteil zu verbessern. Friedrichshain wird immer attraktiver für Eltern, Kinder und Jugendliche. Wir wollen sie über vorhandene Strukturen informieren und miteinander ins Gespräch bringen. Mit Festen am Drachenspielplatz, der „Langen Nacht der Familien“ und anderen Aktionen leisten wir unseren Beitrag dazu, dass sich der Kiez familienfreundlich weiterentwickelt. Die größte Herausforderung ist gegenwärtig der Mangel an Kita-Plätzen und die unzureichenden Angebote in Schulen und Beratungsstellen. Ich kämpfe dafür, dass jedes Kind einen Kita-Platz in seiner Nachbarschaft erhält und für eine bessere Ausstattung unserer Schulen. Klassenräume und Schulgebäude als Lernorte, in denen sich Kinder und Jugendliche wohlfühlen, sind genauso wichtig wie ausreichendes und gut ausgebildetes Personal.
Gerade die Zahl der Ein-Eltern-Familien nimmt in Friedrichshain zu. Sie mit passgenauen Lösungen zu fördern und zu unterstützen, sehe ich als eine meiner Aufgaben. Denn Familie ist für uns Grüne überall da, wo Kinder sind.
Für einen vielfältigen Stadtteil für alle
In der grünen Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus bin ich für die Themen Integration, Migration und Flüchtlinge zuständig. Mein Anliegen ist es, gemeinsam mit den Menschen die Vielfalt in Berlin positiv zu gestalten. Besonders wichtig ist mir dabei die Unterstützung derjenigen, die es häufig am Schwersten haben, den Flüchtlingen. Ich will, dass wir in Berlin und Friedrichshain die Voraussetzungen dafür schaffen, dass sich Menschen aus der ganzen Welt hier wohlfühlen. Integration heißt für mich die gleichberechtigte Teilhabe aller an der Gesellschaft. Deshalb setze ich mich zum Beispiel für ein kommunales Ausländer-Wahlrecht ein – für Menschen, die seit langem in Berlin leben, aber keinen deutschen oder EU-Pass besitzen.
Ich empfinde es als eine Pflicht und Aufgabe von Politik, Partizipation und Teilhabe zu gewährleisten. Und das unabhängig von Geschlecht, Herkunft und Religion, vom sozialen Hintergrund, der sexuellen Orientierung, Alter oder Behinderung. Ich engagiere mich daher im “Antidiskriminierungsnetzwerk Berliner Rechtsanwälte“ und kämpfe für ein Antidiskriminierungsgesetz auf Landesebene, das echte Gleichstellung und Partizipation ermöglicht.
Friedrichshain ist bunt – und das soll auch so bleiben!
Seit ihrer Gründung im Februar 2006 engagiere ich mich in der „Initiative gegen Rechts Friedrichshain“. Denn unser Stadtteil gerät zunehmend ins Visier der Nazis und die Zahl rechter Übergriffe in Friedrichshain steigt. Mit der Aktion „Servicewüste für Nazis und Rassisten“ haben wir gemeinsam mit Nachbarn und Gewerbetreibenden dafür geworben, Verantwortung zu übernehmen. Verantwortung, die jede und jeder hat, damit der Kiez tolerant und vielfältig bleibt. Wir sind aktiv geworden gegen den Thor-Steinar-Laden im Nordkiez und hoffen, dass der Laden bald schließen muss. Außerdem habe ich gemeinsam mit dem Bündnis „Rechtspopulismus stoppen“ wiederholt Demos angemeldet und auch damit meine Überzeugung in die Öffentlichkeit gebracht: In Friedrichshain ist kein Platz für Nazis und Rassismus!
Vor 19 Jahren wurde Silvio Meier an der U-Bahnstation Samariterstrasse von Rechtsextremen erstochen, weil er sich für ein Friedrichshain ohne Ausgrenzung, Rassismus und rechte Gewalt engagiert hat. Ich setze mich daher für die würdige Erinnerung an Silvio Meier in Form eines aktiven Gedenkens ein.
Gebt uns unser Wasser zurück!
Im Samariter-, Boxhagener und Travekiez habe ich Unterschriften für das Volksbegehren „Unser Wasser“ gesammelt und für die Forderungen vom Berliner Wassertisch und den Volksentscheid geworben. Der allererste Volksentscheid, der die Zustimmung der Berlinerinnen und Berliner fand. Für mich ein wichtiges Zeichen für mehr direkte Demokratie und Transparenz. Gemeinsam mit der grünen Abgeordneten Heidi Kosche setze ich mich dafür ein, dass unser Berliner Wasser wieder ein öffentliches Gut wird. Dabei muss die Rekommunalisierung der Berliner Wasserbetriebe so gestaltet werden, dass die Wasserpreise sinken.
Liebe Friedrichshainerin, lieber Friedrichshainer,
dafür werbe ich um Ihre Erststimme.
Geben Sie mir Ihren Auftrag mit: Schreiben Sie mir oder kommen Sie zu meinen regelmäßigen Sprechstunden im Nord- und Südkiez.
Ihre Canan Bayram







